Herkulesstaude,Riesen-Bärenklau;Großer Bärenklau; Heracleum mantegazzianum Die Aktionsgemeinschaft BREMER SCHWEIZ bittet um Ihre Mitwirkung!  I) Einleitung:  A)    Überblick: Die Herkulesstaude ist eine wunderschöne und imposante Pflanze – aber doch so gefährlich, daß man sie rigoros bekämpfen muß, wo immer man sie sieht! Um Ihnen die Bekämpfung zu erleichtern, stellen wir Ihnen unsere bisher angewandten Methoden vor und bewerten sie auch durch Schilderung des erzielten Erfolges.  B)    Vorab kurz einiges zur Pflanze selbst: Ihre Ursprünge liegen im Kaukasus. Fast alles an der Pflanze kann dem Menschen Schaden zufügen. Die Notwendigkeit der Bekämpfung ist inzwischen auch in den Amtsstuben, bei Naturschützern und Medizinern unstrittig. Daher: Vernichten Sie die Staude unerbittlich – wo immer Sie sie sehen. Und tragen Sie dazu bei, daß sie a) nicht mehr als Gartenpflanze neu angesät wird und b) das Saatgut aus den Regalen der Händler verschwindet.   C)    Unseren Erfolg bei der Bekämpfung verbuchten wir mit der Anwendung folgender Methoden: 1) der Einsatz eines simplen, aber scharfen Spatens, mit dem die Wurzel ausgegraben oder die Wurzelstruktur nachhaltig zerstört wird, 2) das komplette Abdecken großer Flächen mit einer entsprechenden Folie und deren Beschwerung durch Kies.   II) Zur Gefährlichkeit der Staude:  A) Die Beseitigung der Herkulesstaude ist notwendig, weil  bei Berührung der Blätter oder des Stängels ein hochgiftiger Saft auf die Haut übertragen wird. Das führt ziemlich sicher zu ernsthaften  und langwierigen Verbrennungen bzw. Verätzungen der Haut. Wer einmal ein Kind mit diesen Verbrennungen gesehen hat, der weiß, wovon hier die Rede ist, das Gift „Furo-Cumarin“ unter Sonneneinwirkung besonders tückisch ist, denn Sonnenlicht verstärkt die Wirkung des Giftes wesentlich und führt zu intensiven, lang anhaltenden Hautverfärbungen; weil die ausströmenden Dämpfe des Saftes Übelkeit, schweres Atmen und Allergien hervorrufen können; sie einheimische Pflanzen verdrängt, auf die unsere Insekten besser angepasst sind, sie mit ihrem übergroßen Blattwerk ihre Umgebung stark abschattet und möglicherweise AUCH mit ihrem Gift standort-typische Vegetation unterbindet. Die meisten Gemeindeverwaltungen haben inzwischen selbst die Notwendigkeit der Bekämpfung erkannt. Allerdings verfügen sie meist nicht über die Mittel zu deren Durchführung, weil das Geld oder das Personal zu knapp ist.  B) Ihre Wachstumsstärke: Die Pflanze ist äußerst wachstums- und damit ausbreitungsstark: Eine ausgewachsene Dolde kann bis zu 8.000 (!) Samen verstreuen. Damit nicht genug: diese „omnipotente“ Pflanze sichert das Überleben ihrer Art auch über die Wurzel: selbst eine Anfang Mai lediglich an der Erdoberfläche abgeschlagene Staude regeneriert sich mühelos bis hin zum Austrieb von Blüten und Samen noch im gleichen Jahr – dazu braucht sie in ungünstigen Fällen höchstens drei bis vier Wochen. Eine nicht genügend geschädigte Wurzelstruktur führt zum gleichen Ergebnis. Wir haben sogar schon neue Triebe aus einem abgeschlagenen Stängel vorgefunden, an dem noch ein Rest von Wurzelfleisch verblieben war. Hatten sich bereits Blüten ausgebildet und wurde der abgeschlagene Stamm dann nicht direkt unterhalb und oberhalb des Blütentriebes vorsorglich noch einmal durchtrennt, so waren spätestens nach drei Wochen aus den Blüten wieder keimfähige Samen gebildet worden, da sich die Blüte aus dem im Stängel verbliebenen Restsaft genügend Kraft holen kann!  Und dennoch: durch Beharrlichkeit blieben wir erfolgreich.   III) Wie kann man die Ausbreitung der Pflanze hemmen oder gar den Bestand vernichten?  Möglichst umgehend mit der Beseitigung beginnen. Jede (aber auch wirklich jede) aufwachsende Herkulesstaude rigoros bekämpfen.  Die kontinuierliche und konsequente Verfolgung zahlt sich aus. Bilden Sie, wenn nötig, eine Arbeitsgemeinschaft, das gilt besonders bei großen Flächen.  Ein Erfolg wird sich selten sofort einstellen. Meist bedarf es dazu mehrerer Jahre.    IV) Das Handwerkszeug:  Rostfähiger, also kohlehaltiger Stahl besitzt aufgrund seiner größeren Härte erheblich bessere Standzeiten als VA- Material (Chromargan etc.). Kaufen Sie am besten einen rostfähigen  Spaten mit kleinem Blatt - einen sog. Damenspaten“ z.B. der Gattung „Bremer Spaten“ – also ohne Nietung.  Und prüfen Sie dessen Schärfe vor jedem Einsatz.     V) Das persönliche Schutzzeug:  Die wichtigste Erkenntnis nach unserer langjährigen Erfahrung: „rüsten“ Sie nicht zu hoch auf, denn dadurch werden  Sie unbeweglicher.  Wir können einer fallenden Pflanze besser ausweichen, wenn wir beweglich sind.  Daher gilt für uns die Formel: „Weniger ist meist mehr!“ Wenn Sie also eine lange Hose und Stiefel oder feste hohe Schuhe anziehen, haben Sie sich bestens gegen die am Boden liegenden Stiele und Blätter geschützt. Tragen Sie etwas Langärmeliges und – wenn Sie wollen – Handschuhe. Einem Gesichtsschutz stehen wir aus Erfahrung eher ablehnend gegenüber, weil damit das Sehfeld stark eingeschränkt wird. Eine auf die Haut aufgetragene Fettcreme im Gesicht kann einen gewissen Schutz gewähren.     VI) Die Arbeitsweise:   Sie werden der Herkulesstaude in den Monaten April, Mai, Juni und Juli mehrfach – vermutlich vier Mal im ersten Jahr - zuleibe rücken müssen. Bei einzeln stehenden Stauden sollte man die Wachstumskraft abschöpfen, indem man den Wachstumsprozess zunächst gut in Gang kommen lässt und dann die Wurzel ausgräbt oder „kleinhackt“. Auf einem „Herkules-Feld“ beginnen Sie stets am Außenrand und arbeiten von diesem Rand aus weiter. Vermeiden Sie schneisenartiges Vorpreschen in die Herkulesstauden hinein. Nutzen Sie die Druckwirkung des Windes für sich: beginnen Sie auf der dem Wind abgewandten Seite des Feldes, so daß fallende Stauden schräg in Ihre Richtung fallen. Sie vermeiden dadurch, daß bereits gefällte Stauden Ihnen die Sicht auf die nächste Staude rauben. Freier Blick ist wichtig – auch für zügiges Arbeiten. Führen Sie im nächsten Schritt die scharfe Vorkante des Spatens direkt an der Erdoberfläche so mit Schwung in die aus einer Wurzel aufstrebenden Stängel, daß jetzt mit möglichst einem einzigen Stoß des Spatens sämtliche aufstehenden Stängel dieser Staude fallen. Ziehen Sie mit dem Spaten die Stängel samt Blätter nur soweit seitlich an sich vorbei, daß der genaue Wuchsort der Wurzel klar erkennbar und für den Spaten frei zugänglich ist. Am effektivsten ist jetzt das Ausgraben und Einsammeln der Wurzel. Sollte Einsammeln nicht möglich sein, ist die Wurzel – besonders auf nassen Böden - von all zuviel Erdanhaftungen zu befreien und mit möglichst wenig Bodenberührung so zu lagern, daß ein Austrocknungsprozess einsetzen kann. Entsorgen Sie Wurzeln später in der Restmülltonne – bitte nicht in der Biotonne, denn das würde zur erneuten Ausbreitung der Pflanze beitragen. Wenn das nicht möglich ist: Durchstechen Sie die Wurzel mit dem Spaten mehrfach aus dem Armschwung heraus, am besten in Abständen von 2 bis 3 cm. Wenn möglich, vermeiden Sie Fußarbeit durch Druck auf das Spatenblatt – solche Aktionen kosten auf Dauer zu viel Zeit. Zerteilen Sie die am Boden liegenden Stängel dieser Pflanze möglichst noch zweimal direkt unter- und oberhalb jeder erkennbaren Doldenbildung. Im unzerteilten Stängel steckt meist noch genug Lebenskraft, um der Staude eine Samenreife zu ermöglichen. Zerteilen Sie möglichst oft auch den Blütenstand. Notieren Sie sich in einem „Arbeitsprotokoll“, wo Sie wann einen Einsatz getätigt haben.   VIII) Abdecken mit einer Plane:  Für eine sehr große Fläche (ca. 3000 qm) haben wir einmal sehr erfolgreich die Methode ausprobiert, den aufwachsenden Stauden das für den Wuchs so notwendige Tageslicht zu nehmen., indem wir rechtzeitig die befallene Fläche mit einer weitgehend lichtundurchlässigen Folie (wasserdurchlässige Folie aus dem Pipeline-Bau; Silofolie aus der Landwirtschaft) abgedeckt und diese dann mit einer dünnen, aber flächendeckenden Lage Kies beschwert haben. Der Erfolg war bereits im ersten Jahr hundertprozentig.  Durch die Wasserdurchlässigkeit besteht die Chance, daß infolge Verrottung die mehrjährige Keimfähigkeit der Samen zerstört wird. AGBS/HS/2008   Weitere Informationen:   AGBS rückt bei einem Großversuch in Blumenthal der Herkulesstaude mit Folie zu Leibe  Giftpflanze des Jahres 2008 (Hamburg) www.bund-bs.de/natur/herkulesstaude.htm   Add your one line captions using the Image tab of the Web Properties dialog